3. Februar, 20.00 Uhr
Waltherhaus Bozen
"Die Sonne scheint, so lang die Sehnsucht weint.“
Die Monographie zum Dichter und Maler Franz Josef Noflaner (Hrg. von Markus Klammer, Haymon Verlag 2016)
Als verschroben galt Franz Josef Noflaner, als kurioser Eigenbrötler und unermüdlicher Schöpfer aus dem Grödental, der unentwegt Verse in hohem Ton ebenso wie in gebrochener Ironie schrieb, dann wieder distinguierte Briefe an Greta Garbo richtete und Bilder voll expressiver Glut malte. Die umfassende Monografie, herausgegeben von Markus Klammer, stellt das Werk des Künstlers und Dichters in facettenreicher Betrachtung vor.
Am 3. Februar um 20.00 Uhr präsentieren wir das Buch mit Markus Klammer, Elmar Locher und Luis Benedikter innerhalb der Bücherwelten im Waltherhaus.
Franz Josef Noflaner, 1904 in St. Ulrich geboren und 1989 in Brixen gestorben, hinterließ in Kontrast zu seiner spartanischen Lebensführung einen umfassenden literarischen und künstlerischen Nachlass. Mit seinem schriftstellerischen Werk erweist er sich als ein eigenwilliger Hüter des abendländischen Erbes, abseits der literarischen Strömungen des 20. Jahrhunderts. Sein malerisches und zeichnerisches Werk dagegen liefert obsessive Bilder einer intensiven geistigen Realitätserfahrung und ein provokantes Statement gegen den falschen Fortschritt der Zeit. Zeit seines Lebens publizierte er 1956 Gebundene Ehren, 1957 Kristall und Sonnenlicht, 1959 Antennen wie Schwingungen und 1960 Die gefräßige Straße. Die zweibändige Werkmonografie, die eben im Haymon Verlag erschienen ist, eröffnet einen umfassenden Zugang zu seinem unveröffentlichten Gesamtwerk.
Eine Mühle,
die nicht klappert,
ein Kind, das nicht plappert;
ein Bach,
der nicht rauscht;
ein Hase,
der nicht lauscht;
eine Blume
die nicht duftet;
ein Esel,
der nicht schuftet;
ein Dieb,
der nicht lügt;
ein Lump,
der nicht betrügt;
ein Metzger,
der nicht schneidet;
ein Heiliger,
der nicht leidet;
ein Himmel,
der nicht ist:
Sind der Erde
Spuk und Mist.
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