
MI/ME/ME, 15.04.2026,
20:00 UHR
Über Grenzen? Von San Diego bis Triest!
Zur Entstehung, Überwindung und Erforschung von Grenzlinien, Grenzräumen und Grenzlandschaften
VORTRAG MIT MICHAEL FALSER
Wie entstehen Grenzen? Was passiert auf beiden Seiten von Grenzlinien? Welche kulturellen und künstlerischen Praktiken entstehen in Grenzräumen, und welche technischen Regime
stabilisieren weiträumige Grenzlandschaften bzw. helfen sie miteinander zu verbinden? Und wie können wir diese ambivalenten Formationen aus historischer Sicht verstehen und aus zeitgenössischer Perspektive bewerten?
Dieser Vortrag beleuchtet diese Fragen aus einer interdisziplinären Herangehensweise, die Aspekte der Kunst- und Architekturgeschichte, der Infrastrukturforschung und den Cultural Heritage Studies mit einbezieht. Dabei führt die Reise zuerst in den kuriosen
Chicano Park im südkalifornischen San Diego/USA, wo eine mexikanisch-amerikanische Arbeitergemeinde Ausgrenzungs-Politik mit monumentalen Graffiti-Kunstwerken begegnet. Das zweite Fallbeispiel führt zurück in das historische Europa und beleuchtet, wie die
Eisenbahn als (binnen)koloniales Leitmedium des 19. Jahrhunderts von Wien als Zentrum dabei half die Kulturräume der späten Habsburgermonarchie bis an ihre Grenzen – und damit von Lemberg bis Bozen und Trient, bzw. von Reichenberg bis Triest und Sarajevo –
zu vernetzen.

© Chicano Park Day 2007, © Chicano Park Steering Committee"
Der Architektur- und Kunsthistoriker Michael Falser studierte in Wien und Paris und promovierte an der TU Berlin zur politischen Geschichte der Denkmalpflege. Nach einer Tätigkeit als Denkmalpflege-Architekt in den USA war er wissenschaftlicher Assistent
an der LMU München und der ETH Zürich. Als Projektleiter für Global Art History und Cultural Heritage Studies im Exzellenzcluster „Asia and Europe in a Global Context“ an der Universität Heidelberg habilitierte er sich 2014. Es folgten Gastprofessuren in Kyoto,
Heidelberg, Wien, Bordeaux, Paris-Sorbonne und Ottawa sowie von 2020 bis 2024 ein DFG-Heisenberg-Fellowship an der TU München mit einem Forschungsprojekt zur deutsch-kolonialen Architektur in Afrika, Asien und Ozeanien.
Derzeit ist er Privatdozent am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg sowie freiberuflich als Gutachter und Kurator in Wien tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der globalen Kunst- und Architekturgeschichte des 19. bis
21. Jahrhunderts, den Cultural Heritage Studies, der Denkmalpflege und dem UNESCO-Weltkulturerbe.
Das Gespräch mit
Michael Falser führt Waltraud Kofler Engl
(Plattform für Kulturerbe und Kulturproduktion/UniBz).
Ein Vortrag im Rahmen der Vorlesungsreihe
Grenzlandschaften. Erinnerung, Identität und aktuelle Grenzfragen innerhalb des Studium Generale
der Freien Universität Bozen im Sommersemester März -Juni 2026.
Eine gemeinsame Veranstaltung der Landesbibliothek Dr. F. Teßmann und der Plattform für Kulturerbe und Kulturproduktion an der Freien Universität Bozen.

Landesbibliothek - Biblioteca Provinciale – Bibliotech Provinziela
"Dr. Friedrich Teßmann"
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