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Bibliotheken als Akteurinnen von sozialer Stabilisierung, Gesundheit un

To: "List, Biblio" <Biblio-List@provinz.bz.it>
Subject: Bibliotheken als Akteurinnen von sozialer Stabilisierung, Gesundheit und Wohlbefinden für die Bevölkerung ::
From: "Platzer, Monika" <Monika.Platzer@schule.suedtirol.it>
Date: Wed, 8 Apr 2026 13:06:25 +0000
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Thread-topic: Bibliotheken als Akteurinnen von sozialer Stabilisierung, Gesundheit und Wohlbefinden für die Bevölkerung ::

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, interessierte Leserinnen,

 

vielleicht ein interessanter Impuls, den ich gerne mit euch teile. Da immer mehr ältere und junge Menschen an Einsamkeit und Depressiven Verstimmungen, um nur einen Teil zu erwähnen. Im Hintergrund beschäftigte mich auch die Studie der Who, dass global bereits 1 Milliarde Menschen an psychischen Erkrankungen leidet. Jeder 8.

WHO: Eine Milliarde Menschen mit psychischen Erkrankungen | Gesundheit Österreich GmbH

 

Ich habe nach Studien gesucht, die belegen, was Bibliotheken zu Förderung von Wohlbefinden, Resilienz, Gesundheit von Menschen aktiv tun und bereits – als purer Raum - explizit schon anbieten. In unseren Bibliotheken passiert schon viel an Angeboten, aber auch der Raum der Bibliothek an sich wird immer mehr als Safe Space erkannt und als wichtiger und heilsamer Dialograum. Bibliotheken tragen also sehr wesentlich zur sozialen Stabilisierung von Gesellschaften bei. Und könnten dies in Zukunft noch weiterentwickeln.

Bibliotheken - von öffentlicher, Schulbibliothek bis wissenschaftlicher – bieten ihren Gemeinschaften also Räume, die wirksam zum Wohlbefinden

und damit zur psychischen und physischen Gesundheit beitragen und beitragen können.

Hier nur 1,2 Studien zur Auswahl.

 

Bibliotheken als Akteurinnen von sozialer Stabilisierung, Gesundheit und Wohlbefinden

 

Strategische Evidenzbasis (2024–2026)

Ausgangslage: Paradigmenwechsel im Bibliothekswesen

Ein Teil der aktuellen internationalen Forschung zeigt, dass öffentliche Bibliotheken sich von reinen Informations- und Bildungsorten immer mehr zu sozialen und gesundheitlich relevanten Infrastrukturen entwickeln. Bibliotheken werden von der Bevölkerung zunehmend als „Health Spaces“, Safe Spaces und Community Hubs verstanden,

die aktiv zur psychischen, sozialen und teilweise bereits zur physischen Gesundheit ihrer Nutzer:innen beitragen.

[link.springer.com], [spiral.imp...rial.ac.uk], [researchno...ers.edu.au]

 



 

1. Bibliotheken : Psychische Gesundheit, Einsamkeit und soziale Resilienz

Eine britische Querschnittsstudie mit über 600 Teilnehmenden zeigt, dass Bibliotheken insbesondere im Bereich der psychischen Gesundheit eine Schlüsselrolle spielen. [spiral.imp...rial.ac.uk]

 

Zentrale Effekte:

  • Bibliotheken werden als „safe places“ wahrgenommen
  • Starker Beitrag zur Reduktion von Einsamkeit
  • Bedeutung als postpandemische Resilienzorte
  • Positive Wirkung auch bei Personen, die Bibliotheken nicht regelmäßig nutzen

 

Zentrale Barriere noch:
Gesundheitsbezogene Angebote sind häufig zu wenig sichtbar, obwohl sie existieren.

 


 

2. Bibliotheken als niedrigschwellige Orte mentaler Unterstützung

Mehrjährige Evaluationsstudien (RAND, USA) zeigen, dass Bibliotheken besonders in unterversorgten Regionen erfolgreich als Ankerpunkte für mentale Unterstützungsangebote dienen können. [rand.org]

Erfolgsfaktoren:

  • Einbettung von Peer‑Beratung
  • Kooperationen mit Gesundheitsakteuren
  • Nutzung bestehender Vertrauensstrukturen
  • Akzeptanz durch Personal und Nutzer:innen

 

Wichtig:
Die Wirkung entsteht weniger durch medizinische Interventionen als durch soziale Präsenz, Orientierung und Weitervermittlung.


 

 

3. Bibliotheken als „Health Spaces“

Eine groß angelegte Mixed‑Methods‑Studie aus den USA belegt, dass öffentliche Bibliotheken bereits heute faktisch als Gesundheitsräume fungieren – unabhängig davon, ob sie dies strategisch explizit so benennen. [link.springer.com]

Nachgewiesene Funktionen:

  • Förderung von Health Literacy
  • Präventionsangebote (z.B. Ernährung, Bewegung)
  • Kooperationen mit Sozialdiensten
  • Niedrigschwelliger Zugang für vulnerablere Gruppen

Strategisch relevant:
Bibliotheken werden von der Bevölkerung als vertrauenswürdiger eingeschätzt als viele andere Institutionen im Gesundheitskontext.

 

 

4. Wissenschaftliche Bibliotheken & studentisches Wellbeing

Ein aktueller Scoping Review (2025) belegt erstmals systematisch den Beitrag wissenschaftlicher Bibliotheken zum Wohlbefinden von Studierenden und Communities. [researchno...ers.edu.au]

Typische Maßnahmen:

  • Rückzugs- und Ruheräume
  • Bibliotherapie
  • Achtsamkeits‑ und Stressreduktionsangebote
  • Therapie‑ und Prüfungsstressformate
  • Community‑Building

Zu bemerken:
„Wellbeing“ ist hier konzeptionell noch unterdefiniert – es fehlen gemeinsame Bewertungsmaßstäbe. Die Forschung läuft.


 

5. Subjektives Wohlbefinden & positive Psychologie

Eine groß angelegte Fallstudie der New York Public Library belegt,

dass Bibliotheksnutzung positive Effekte auf alle fünf Dimensionen des PERMA‑Modells hat (Positive Emotion, Engagement, Relationships, Meaning, Accomplishment). [nypl.org]

Bedeutung für Strategie:

  • Bibliotheken tragen messbar zu Flourishing bei
  • Wirkung entsteht nicht nur durch Programme, sondern durch den Ort selbst!

 


 

Aus der Gesamtschau der Studien lassen sich fünf zentrale Thesen ableiten:

  1. Bibliotheken sind faktisch Teil der sozialen Gesundheitsinfrastruktur, auch ohne formale Mandatierung.
  2. Ihre besondere Stärke liegt in Niedrigschwelligkeit, Vertrauen und Dauerhaftigkeit.
  3. Die größte Wirkung entfaltet sich im Bereich mentale Gesundheit, Einsamkeit und Gesundheitskompetenz.
  4. Sichtbarkeit, Qualifizierung des Personals und strategische Verankerung sind entscheidende Hebel.
  5. Es besteht ein klarer Bedarf an ethischer Rahmung, Rollenklärung und Wirkungsevaluation.

[link.springer.com], [spiral.imp...rial.ac.uk], [researchno...ers.edu.au]

 


Strategische Handlungsfelder der Zukunft:

Strategische Positionierung

  • Bibliotheken explizit als gesundheitsfördernde Orte definieren
  • Wellbeing als Querschnittsaufgabe verankern

Governance & Ethik

  • Klare Abgrenzung:
    • Bibliothek ≠ Therapie
    • Bibliothek = Orientierung, Vermittlung, Prävention, Informationslieferant

Kernaussage:

Aktuelle Studien zeigen eindeutig: Bibliotheken sind zentrale Akteure des sozialen Dialogs, Gesundheit und Wohlbefinden in der Gesellschaft.

Ihre Wirkung liegt weniger in direkt medizinischen Interventionen als in sozialer Stabilisierung, Gesundheitskompetenz und psychischer Entlastung.

Strategische Investitionen in diesen Bereich sind evidenzbasiert, gesellschaftlich wirksam und zukunftsrelevant.


 

Beste Grüße aus der Fachschule für Soziale Berufe Hannah Arendt

Monika Platzer

 

 

BIBLIOTHEK der Fachschule für Sozialberufe HANNAH ARENDT

MO-DO Wolkensteingasse 1

I-39100 Bozen

39 0471 97 34 94

www.sozialberufe.berufsschule.it

 

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